Leichten Fußes durch die Welt

Leichten Fußes durch die Welt
Veröffentlicht am Mo., 10. Aug. 2020 17:25 Uhr
Aus der Gemeinde ...

Dieser Tage ist das Gepäck,
dass ich so mit mir herumtrage, ziemlich leicht.
Es ist Urlaubszeit.
Für ein paar Tage raus aus der Stadt fahren
und das sonnige Wetter genießen.
Es ist ein gutes Gefühl,
leichten Fußes durch die Welt zu laufen.
Keine Termine, keine Verpflichtungen,
nur leichtes Gepäck liegt auf meinen Schultern
und der Wecker ist ausgeschaltet.

Was für mich gerade erst begann,
ging für viele Berliner_innen
am Sonntag zu Ende: die Sommerferien.
Entspannte Urlaubstage liegen zurück
in nahen und fernen Ländern
und dieser Tage auch mit Abstand und Alltagsmaske.
Dennoch schauen Kinder und Eltern,
schauen die Menschen hoffentlich gut erholt
einem Start in KiTa, Schule und Arbeit entgegen.

Die Erinnerungen an schöne Urlaubserlebnisse
gehen sicher noch eine Weile mit
und tragen durch die ersten Schul- und Arbeitswochen,
wenn der Wecker wieder zu früh klingelt
und das leichte Urlaubsgepäck den schweren Taschen weicht.

Doch irgendwann …
Irgendwann verblassen sie und erfahrungsgemäß holt uns
der Alltag schneller ein, als uns lieb ist.
Und rasch kann da Schweres auf unseren Schultern liegen:
eine komplizierte Schulaufgabe oder eine schlechte Note
oder die hohen Erwartungen der Kolleg_innen.

Dann braucht es einen,
bei dem wir Erholung finden mitten im Alltag
und in dessen Nähe wir Atem holen können.

Kommt her zu mir, alle,
die ihr mühselig und beladen seid;
ich will euch erquicken.

Das ruft Jesus allen zu.
Wir alle können zu ihm, zu Gott kommen
und dürfen abladen, was uns schwer macht.
Im Gebet können wir alles sagen, was uns belastet.
Das Gebet ist ein Gespräch mit Gott.
Hier können wir uns alles von der Seele reden,
auch das, was schwer auf uns liegt im Leben, in der Schule oder auf der Arbeit.

Und ein Gespräch mit Gott tut gut,
egal ob im Urlaub oder im Alltag.
Bei Gott finde ich Ruhe
und erhalte einen neuen Blick auf die Herausforderungen des Lebens.
Meine Klage und Bitte haben gleichermaßen Platz
im Gebet wie mein Lob und mein Dank.

Urlaub – das sind Tage mit leichtem Gepäck
und gerne erinnern wir uns an all das Schöne,
das wir in den Ferien erlebt haben.
Für die Urlaubszeit und für die Zeit danach,
für die guten oder weniger guten (All-) Tage
gilt Gottes Einladung der Befreiung
und seine Zusage der Stärkung.
In seiner Ewigkeit können wir Atem holen
und mit Gottes Segen in die kommende (Nachurlaubs-) Zeit gehen:

»Gesegnet bist du,
so wie du bist.
Mit deiner Sehnsucht,
mit deinem Dank und deiner Bitte.
Mit all dem, was sich so schwer
sagen lässt.
Mit deinem randvoll gefüllten Schweigen.

Gesegnet bist du,
so wie du bist.
Unverwechselbar,
farbig,
mit Ecken und Kanten.
Mit deinen Siegen und
deinen Niederlagen.
Mit all denen an deiner Seite,
die dir lieb sind,
und mit allen,
die dir zugemutet werden,
wie du auch ihnen.

Gesegnet bist du,
so wie du bist.
Gott kennt dich.
Er hält dich aus.
Und gibt dir Atem.«

(Quelle des Gedichts: WAHL, S.: Gesegnet, in: ders.: An Hecken und Zäunen. Worte zum Sonntag, Freiburg i. Br. 2004, 167)