Regenbogen der Gnade

Regenbogen der Gnade
Veröffentlicht am So., 12. Jul. 2020 20:37 Uhr
Aus der Gemeinde ...

Vor wenigen Tagen klebte ich meine letzte 70 Cent Sonderbriefmarke aus dem Jahr 2017 auf eine Versandtasche. Die Abbildung auf dieser Briefmarke hatte mich von Anfang an sehr angesprochen. Es war eine einfache Zeichnung von Otto Waalkes. Ein glücklicher Elefant, der einen Regenbogen an den Himmel malt.

Ein Regenbogen ist für mich immer wieder etwas Faszinierendes und gleichzeitig auch Symbolhaftes. Vor kurzem war auch meine Enkeltochter ganz begeistert als ein Regenbogen am Himmel erst schwach und dann immer deutlicher sichtbar wurde. Fragen kamen bei ihr auf. Ich erzählte ihr, dass bereits in der Bibel der Regenbogen erwähnt ist. Er ist die Erinnerung an ein Versprechen Gottes, an seine Gnade. Nach der Sintflut hat er nämlich zu Noah gesagt, dass er mit uns einen ewigen Bund schließt. Gott steht zu uns Menschen und allen anderem Leben auf dieser Erde und wird niemals wieder eine Sintflut schicken. Das Zeichen des Bundes ist der Regenbogen.

Der glückliche Elefant unter dem Regenbogen hat bei mir auch die Vorstellung einer Gottgewollten, vollkommenen Harmonie der Schöpfung mit uns wach gerufen. Sicher ist fast jedem bewusst, dass wir Menschen uns unterdessen von diesem Idealbild ziemlich weit entfernt haben. Wir müssen uns sehr anstrengen und sollten unsere ganze Kraft einsetzen, die Natur zu erhalten und nicht die uns geschenkte Schöpfung rücksichtslos und häufig unwiederbringlich zerstören.

Meiner kleinen Enkelin ist unterdessen bewusst, dass jeder von uns mit kleinen Dingen dazu beitragen kann, etwas für unsere Schöpfung, unsere Natur und Umwelt zu tun. Achtsam zu sein, dass Zimmerlampen nicht stundenlang unnütz brennen oder, wenn heizen angesagt ist, Wärmeverlust reduzieren und die Zimmertüren schließen.

Ja, sie haben Recht, dies klingt sehr pedantisch.

Genauso wie mein Wunsch an einen Elektriker, eine Standby-Lampe durch den Einbau eines zusätzlichen Schalters ausschalten zu können. Er sagte sicherlich richtig, dass es doch nur 5 Euro im Jahr kostet, die Lampe dauerhaft brennen zu lassen. Am nächsten Tag legte ich ihm daraufhin folgende Rechnung vor: Wenn jeder vierte Deutsche oder jeder zweite Haushalt, nur eine einzige Standby-Beleuchtung über Nacht für 12 Stunden ausschalten würde, so käme im Jahr eine Summe von 50.000.000 Euro zusammen. Fünfzig Millionen Euro, die nicht für Energiegewinnung und damit zusammenhängende Umweltbelastung gezahlt würden!

Ja, wir können beitragen, jeder vielleicht mit einer ihm passenden Kleinigkeit, uns der Zerstörung unserer Schöpfung entgegenzustellen. Die Jugend unserer Gemeinde hat dies kurz und bündig zusammengefasst:

„Es können auch kleine Dinge viel bewirken“. So zu lesen in dem von ihnen hergestellten Jahreskalender 2020. Aber kommen wir doch noch einmal auf den Regenbogen als Symbol der Gnade Gottes zurück. Wir sehen schon im Alten Testament die Liebe Gottes zu uns. Wir Menschen sind fehlbar und spüren sicher auch immer wieder einmal, dass wir vom rechten Weg abweichen. Aber Gott steht zu uns.

In seiner Frohen Botschaft, im Neuen Testament, kommt Gott uns Menschen maßlos entgegen. Er schickt seinen eigenen Sohn zu uns auf die Erde. Durch den Tod und die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus hat sich der gnädige Gott unser erbarmt und schenkt uns seine Gnade. Wenn wir auf Jesus vertrauen und an ihn glauben, trägt er unsere Schuld. Allein der Glaube wird uns helfen, so sagt es Luther. Der Regenbogen erinnert uns auch immer wieder daran, dass durch Gottes Neuen Bund dies alles uns geschenkt wird. Mit dem Wochenspruch bekräftigt Paulus dies nochmals:

Aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es (Epheser 2:8).

Eine behütete Woche wünscht

Ihr
Dr. Rolf-Dieter Wegner