Alpha und Omega – Anfang und Ende

Alpha und Omega – Anfang und Ende
Veröffentlicht am Sa., 23. Mai. 2020 09:30 Uhr
Aus der Gemeinde ...
Knöenn sie deiesn Staz leesn? Es fgolt das Wrot der Wohce.

Haben Sie den Text lesen können, wenn auch mit etwas Mühe? Was haben Sie dabei gedacht? Unkonzentrierter Schreiber, fehlende Autokorrektur des Textprogramms, Virusinfektion oder ist der jetzt durchgeknallt?

Nein, weder noch, ich möchte Ihnen nur kurz die „Cambridge Studie“ vorstellen. Diese beschäftigt sich mit den Fähigkeiten unseres Gehirns. Die Studienergebnisse zeigten: Für unser Erkennen eines Wortes sind nur Anfangs- und Endbuchstabe wichtig, was dazwischen steht, darf durchgemischt sein. Unser Hirn korrigiert die vorhandenen Schreibfehler, wenn sie im richtigen Rahmen eingebettet sind. Wenn Anfang und Ende stimmen.

Nach Autokorrektur durch unser Hirn kennen Sie nun den Eingangstext:

Können Sie diesen Satz lesen? Es folgt das Wort der Woche. 

Um ehrlich zu sein, eigentlich sind Sie mitten drin. Die Frage von Anfang und Ende stellt sich nämlich in vielerlei Hinsicht. So auch in Hinblick auf unser Leben und unseren Glauben. Auch Gott spricht in der Bibel von Anfang und Ende. Er spricht zu uns und dabei ohne Frage viel erfüllender, weitgehender als die Vorstellungskraft unseres Hirns es zulässt. Gott sagt: Ich bin das Alpha und das Omega, der erste und der letzte, der Anfang und das Ende.

Alpha und Omega sind der erste und der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets. Wenn ich das Sprichwort „Das ist das A und O“ bei der Erklärung einer Frage oder Situation einsetze, dann steht es für das Wichtigste und Allumfassende des Großen und Ganzen.

Für mich, für uns Christen, ist das Vertrauen auf Gottes Zusage von A bis O eine Art Glaubensbekenntnis. Gott, unser himmlischer Vater, und Jesus Christus, unser Heiland, stehen allumfassend für uns ein. Als Schöpfer und Vollender der Welt. Die Schöpfung ist der Anfang, Gottes Herrlichkeit in Ewigkeit das Ende, ein für uns unvorstellbares Ende als zeitlose Nähe bei Gott.

Unser Lebensweg auf dieser Erde liegt dazwischen. Auf diesem kann es, ähnlich wie im Eingangstext, drunter und drüber gehen. Es gibt Höhen und Tiefen. Zweifel und Fehler begleiten uns und zwischendurch vielleicht auch Gottesferne. Wir sind Angriffen von außen ausgesetzt und eigenen Widersprüchen, die uns im Leben begleiten. Oft vergisst man dann im Eifer des Gefechts den richtigen, uns geschenkten Rahmen zu Orientierung. Nämlich den Blick und das Vertrauen auf Jesus. Er ist das Alpha und auch das Omega unseres Lebens. Die Schreibfehler unseres Lebens können wir teilweise durch eigene Kraft korrigieren. Aber nicht alle.

Aber dann können wir uns rückbesinnen darauf, dass Hoffen und Vertrauen auf Jesus uns Kraft geben. Wir dürfen in seine Hände legen, was uns belastet. Wenn wir auf ihn vertrauen und an ihm bleiben, so nimmt unser Herr Jesus uns die Last ab. Einer der mit uns geht und uns trägt, wenn wir nicht mehr können. Wir sollten uns gerade auch in Zeiten der Not daran erinnern: Jesus ist immer mit uns und will uns stärken und trösten. Seine Liebe, seine Gnade und Barmherzigkeit begleiten uns. So sagt er dann auch: „Seid gewiss. Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende."

Schön, wenn der Glaube daran in unserem Leben immer wieder durchscheint und wir – auch in einer Welt mit vielen Problem und schlimmen Ereignissen – darauf vertrauen. Gott, der Allmächtige, schenkt uns mit seinem Sohn die Quelle, aus der jeder von uns Hoffnung schöpfen darf, du und ich, von Alpha bis Omega, von Anfang bis in alle Ewigkeit.
Amen

Ihr
Dr. Rolf-Dieter Wegner