Unser Elend, unsere Angst und Not

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Veröffentlicht am Do., 14. Mai. 2020 19:39 Uhr
Tageslosung mit Auslegung

Der Herr erhörte unser Schreien und sah unser Elend, unsere Angst und Not.
(5. Mose 26:7)


Neulich habe ich eine Frau beerdigt, die im Kaukasus aufwuchs. Als Sechzehnjährige wurde sie nach Kungur im Uralgebiet verschleppt und viele Jahre lang zu harter Arbeit in den Wäldern dort gezwungen. Zeitlebens hat sie unter den gesundheitlichen Schäden, die sie davontrug, gelitten. Wenn ich solche Lebensgeschichten höre, kann ich manchmal gar nicht fassen, was manche Menschen in ihrem Leben aushalten müssen.

Auch der Tageslosungs-Vers ruft eine Situation von Unterdrückung und Zwangsarbeit ins Gedächtnis. Das Volk Israel lebte viele Jahre als Minderheit in Ägypten und wurde dort zu harter Arbeit gezwungen.

Im 5. Buch Mose blickt das Volk auf diese schwere Zeit zurück. Sie ist nicht vergessen und wird immer im Gedächtnis bleiben. Aber genauso wenig vergessen ist die Rettung: Der Herr hat uns gehört und gesehen! Wir haben nicht umsonst gebetet.

Ich bin in meinem Leben nie staatlicher Unterdrückung ausgesetzt gewesen und musste nie wie eine Sklavin für andere arbeiten. Und doch gab es auch in meinem Leben Situationen, die hart waren und aus denen ich errettet wurde. Es ist gut, wenn ich mir das ab und zu ins Gedächtnis rufe. Denn zu wissen und im Rückblick zu sehen: Gott hat mich damals gerettet!, das hilft mir, ihm zu vertrauen, dass er auch mit dem, was mir noch bevorsteht, fertig werden wird.

Arno Pötzsch schreibt in einem Liedvers, der als „Dritter Text“ für diesen Tag passend zu Losung und Lehrtext ausgesucht wurde:

„Herr, unsre Not ist deine Zeit;
und mag uns immer grauen:
Du bist der Herr und bist nicht weit
und hilfst, wenn wir vertrauen.“

Ihre
Regina Schlingheider

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