Unmögliche Figur

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Veröffentlicht am Mi., 13. Mai. 2020 21:06 Uhr
Tageslosung mit Auslegung

Meint ihr, dass ihr Gott täuschen werdet, wie man einen Menschen täuscht?  (Hiob13,9)


Er war ein Meister seines Faches, seine Werke brachten ihm den Status eines Popstars ein, die Kunstwelt scheitert immer noch an dem Versuch, ihn und seine Brillanz einzuordnen und festzulegen. Und sein Tun enttäuscht niemanden, im Gegenteil; Staunen ruft es hervor und mensch reibt sich die Augen und denkt: „Das kann doch gar nicht sein!“ Es gibt keine Treppe, die nur nach oben führt, es gibt kein bergauf fließendes Wasser, es gibt keine unmögliche Lattenkiste. Der Niederländer M.C. Escher hat die Kunst der optischen Täuschung, der perspektivischen Unmöglichkeiten, der sogenannten unmöglichen Figuren zur Perfektion gebracht.  Die Dimensionen wachsen, grafisch, räumlich, gedanklich. Am Ende sehe ich Unendlichkeit.

Er ist eine unmögliche Figur, dieser Hiob. Er ist wie du und ich. Denkend und irrend. Fröhlich das Leben genießend und tief verzweifelt. Als Geschöpf Gottes begabt, mehrdimensional zu denken und zu handeln. Das ist mühsam und anstrengend, betrübt manchmal bis zum Tod und macht immer wieder unendlichen Spaß.  Gott sorgt im besten Sinne für unsere Ent-Täuschung. Er tauscht sich aus mit uns. Er tauscht sich ein. Hiobs Botschaften erzählen vom großen Perspektivwechsel des Schöpfers. Hiobs Geschichte ist unsere Geschichte.

Am Ende vertraue ich der Unendlichkeit. Ich glaube, ich werde nicht enttäuscht werden.

Bleiben Sie Unmögliche!

Ihre
Pfarrerin Barbara Gorgas

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