Aus Trauer wird Freude

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Veröffentlicht am Sa., 11. Apr. 2020 20:42 Uhr
Aus der Gemeinde ...

Drei Frauen sind am frühen Morgen auf dem Weg zum Grab. Sie sind voller Trauer über den Tod ihres Freundes Jesus. Sie wollen ihm ihre Liebe ein letztes Mal zeigen, indem sie seinen Leib einbalsamieren, wie es damals üblich war.

Der Gang fällt ihnen nicht leicht. Doch als sie beim Grab ankommen, ist alles anders, als sie es erwartet haben: Sie erfahren: Jesus ist nicht im Grab, tot ist nicht mehr tot – und was zu Ende zu sein schien, entpuppt sich als neuer Anfang, aus Trauer wird Freude. So kehren sie um und erzählen den Jüngern, was sie erlebt haben … Diese Ostergeschichte hat der Pfarrer Jürgen Henkys in einem Liedtext, der den Weg vom Leiden hin zur Osterfreude beschreibt, in wunderbare Worte gefasst:

Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt,
Keim der aus dem Acker in den Morgen dringt -
Liebe lebt auf, die längst erstorben schien:
Liebe wächst wie Weizen und ihr Halm ist grün.

Wenn ein Samenkorn in die Erde gelegt wird und zu keinem beginnt, dann bleibt von dem ursprünglichen Samenkorn nichts mehr übrig: es „stirbt.“ Doch der Keim, der aus der Kraft des Samenkorns wächst, sich durch die Erde bis ans Licht drängt, er lebt und trägt, wenn alles gut geht, irgendwann Frucht – manchmal hundertfach, manchmal tausendfach.

Nach der Finsternis kommt das Licht, nach dem Tod neues Leben, nach dem Ende ein neuer Anfang. Und das alles aus Liebe Gottes zu seinen Menschen. Damit die Liebe Gottes Frucht bringen kann, hundertfach, tausendfach – ist Jesus gestorben. So kann die Liebe Gottes in der Welt keimen, wachsen und Frucht bringen – hundertfach, tausendfach, millionenfach!

Die Hoffnung auf einen neuen Anfang brauchen wir in dieser Zeit ganz besonders. Vertrauen wir darauf, dass die Botschaft von Ostern, die die drei Frauen als erste in die Welt hinein getragen haben, auch für uns immer wieder neu wahr wird.

Ich wünsche allen ein gesegnetes und hoffnungsvolles Osterfest!

Ihre
Pfarrerin Stephanie Waetzoldt

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