Großes Lobgebet

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Veröffentlicht am Mo., 23. Mär. 2020 18:38 Uhr
Tageslosung mit Auslegung

Der HERR ist gerecht in allen seinen Wegen und gnädig in allen seinen Werken. (Psalm 145,17)


Der 145. Psalm, aus dem die heutige Tageslosung entnommen wurde, ist ein großes Lobgebet. Der Psalm wird - wie so viele andere - König David als Urheber zugeschrieben. Dieser Psalm hat eine besondere Form, denn die die Anfänge der Verse beginnen in der Originalsprache jeweils mit dem nächsten Buchstaben des hebräischen Alphabets.

In diesem Gebet wird Gott beschrieben: Seine Größe und Macht, seine Gnade und Güte, seine Barmherzigkeit und Fürsorge. Und im Zentrums steht das Bild vom Königtum Gottes: Dieser Gott ist König und kein anderer sonst, dieser Gott hat die Herrschaft über die Welt inne.

Der König der israelitischen Könige dichtet also ein Loblied für und auf seinen Gott und beschreibt so sein eigenes Regierungsprogramm: Denn das, was die Aufgaben und Pflichten des Königs in Israel waren, leitete sich direkt von Gott her ab. Der König Israels war dazu da, Gottes Herrschaft zu verwirklichen, also so zu herrschen, wie es Gott mit seinen Weisungen und Verheißungen vorgegeben hatte.

Die Grundzüge dieses himmlischen Regierungsprogrammes sind zutiefst menschlich: Treue und Gnade im Handeln: Gott ist einer, auf den sich Menschen verlassen können, der zu seinem Wort und seinen Verheißungen steht, Güte und Erbarmen hat für alle und jeden; Gott ist einer, der Trost und Halt hat und die aufrichtet, die gefallen und niedergeschlagen sind: Gott ist als König der Welt vor allem auch Seelsorger für die, die ganz unten sind. Und wer könnte dies in diesen Tagen nicht wichtig finden, in denen wir verunsichert sind und sich unser Leben so radikal verändert?

Der Gott, den David in seinem Lied besingt, ist ein zutiefst menschenfreundlicher und menschlicher Gott: Er ist gnädig und gerecht. Dabei dürfen wir aber gerade bei der Gerechtigkeit nicht unsere Vorstellungen von Gerechtigkeit zugrunde legen. Wir verstehen seine Gerechtigkeit oft nicht, empfinden manches als ungerecht, was er tut, nicht tut oder zulässt. Aber Gott sieht mehr, als wir sehen können, er weiß mehr, als wir wissen, er hat das Große Ganze im Blick, das wir nicht sehen können. Aber wir können darauf vertrauen, dass alles, was Gott tut, seinem „Regierungsprogramm“ folgt: Treue und Gnade, Güte und Erbarmen, Trost und Liebe.

Schließen möchte mich mit einem Gebet von Sylvia Bukowski:

Heiliger Gott,
Wir haben viel Grund,
deinen Namen zu loben.
Auf dich ist Verlass.
Du bleibst uns treu
und du gehst gnädig mit uns um.
So Vieles andere ist ins Wanken geraten,
dass wir unsicher geworden sind;
so oft haben uns Menschen enttäuscht,
dass wir kaum noch einem trauen;
so gnadenlos geht es oft unter uns zu,
dass wir schon mit Angst aufwachen.
Gott, du weißt, wie es um uns steht,
wieviele Verletzungen wir mit uns tragen
und wieviel Scham und Wut wir verbergen
hinter der Maske unserer Coolness.
Herr, hilf uns, wenn wir zu fallen drohen,
richte uns auf, wenn wir niedergeschlagen sind
und behüte uns vor allem,
was unser Leben zerstört und vergiftet.
Amen.

Bleiben Sie behütet!

Ihre
Stephanie Waetzoldt

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