Tageslosung 20. März 2020

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Veröffentlicht am Fr., 20. Mär. 2020 08:42 Uhr
Tageslosung mit Auslegung

Der HERR deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er birgt mich im Schutz seines Zeltes.(Psalm 27,5)


Wer schon einmal auf einer Wanderung von einem Unwetter überrascht wurde, sich durchnässt und frierend gegen den peitschenden Regen vorwärts kämpfen musste, der weiß, wie es sich anfühlt, wenn eine Schutzhütte am Wegrand auftaucht. Wie es ist, ein Dach über dem Kopf zu haben, sich hinsetzen zu können und erstmal durchzuatmen, während draußen der Sturm weiter tobt.

„Er deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit.“ heißt es in der heutigen Tageslosung aus dem Psalm 27. „Er birgt mich im Schutz seines Zeltes.“ Der, der das sagt, kennt böse Zeiten; er kennt auch die Angst vor einer Seuche, wie wir sie zurzeit erleben. Und er weiß, dass es ihm helfen, dass es ihn trösten wird, wenn er sich an Gott wendet und mit ihm über alles spricht.

Die Angst wird nicht schön geredet; aber im Gespräch mit Gott merkt der Beter: Es ist nicht umsonst, dass ich mich an Gott wende; er hört mich und hilft mir, in dieser Situation weiter zu leben und weiter zu gehen.

Gebete sind Schutzhütten-Momente: Der Sturm geht nicht sofort weg, jedenfalls meistens nicht. Bei Gott aber kann ich mich erstmal hinsetzen und zu ihm von meiner Angst sprechen. Und dann lerne ich vielleicht neu zu glauben, dass er es gut mit mir meint.

Als Kind lernte ich im Religionsunterricht ein Lied, das mich damals sehr beeindruckte und das ich nie vergessen habe. Es zu singen oder seinen Text zu beten ist für mich immer wieder ein Schutzhütten-Moment. Sie finden es im Evangelischen Gesangbuch unter der Nummer 928.

Weiß ich den Weg auch nicht, du weißt ihn wohl,
das macht die Seele still und friedevoll.
Ist’s doch umsonst, dass ich mich sorgend müh,
dass ängstlich schlägt mein Herz, sei’s spät, sei’s früh.

Du weißt den Weg ja doch, du weißt die Zeit;
Dein Plan ist fertig schon und liegt bereit.
Ich preise dich für deiner Liebe Macht,
ich rühm die Gnade, die mir Heil gebracht.

Du weißt, woher der Wind so stürmisch weht,
und du gebietest ihm, kommst nie zu spät.
Drum wart ich still, dein Wort ist ohne Trug,
du weißt den Weg für mich – das ist genug!

(Hedwig von Redern)


Ihre
Regina Schlingheider

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