Sich zu jemandem versehen

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Veröffentlicht am Mo., 2. Mär. 2020 18:49 Uhr
Aus der Gemeinde ...

Ich liebe das Wort „Zuversicht“. Es ist in unserer Zeit weniger gebräuchlich als das Wort „Vertrauen“ und klingt deswegen geheimnisvoller und weniger abgenutzt. Die Bedeutung ist jedoch ganz ähnlich.

„Sich zu jemandem versehen“ heißt „auf jemanden vertrauen“, sich an ihn wenden, wenn es Probleme gibt. Und das „Zu“ am Anfang des Wortes ist so herrlich zielgerichtet und nach vorne blickend. Und gerade, wenn wir an Syrien, Hanau, das Corona-Virus und die Klimakrise denken, brauchen wir sie, die Zuversicht. Denn nur sie hilft uns, nicht resigniert zu verdrängen, sondern mit den Leidenden mitzuleiden und bei scheinbar unlösbaren Problemen unbeirrt weiter nach Lösungen zu suchen, mit Gottes Hilfe.

Und darum gefällt mir das Motto der diesjährigen evangelischen Fastenaktion: „Zuversicht! 7 Wochen ohne Pessimismus!“ Ein Motto kann nicht anders als plakativ sein. Wenn es als naiv, ja zynisch kritisiert wird, wie Hannes Soltau es am 28.2. im „Tagesspiegel“ getan hat, dann zeugt das von mangelnder Kenntnis des Kritikers.

Freilich muss das Motto noch mit Inhalt gefüllt werden, und das tun die Menschen, die sich in diesem Jahr mit dem Fasten auseinandersetzen. Das tun die, die sich in den Fastengruppen treffen, um sich gegenseitig zu unterstützen und bei der Stange zu halten. Da wird die Sorge, die uns viele politische und gesellschaftliche Entwicklungen derzeit machen, nicht ausgeklammert.

Aber es ist auch von der Fröhlichkeit des Glaubens die Rede, die uns immer wieder neu hoffen lässt. In der Fastengruppe, die sich in der Bibliothek in der Sterkrader Str. 47 donnerstags um 17 Uhr trifft, sind wir als Optimisten und Pessimisten gut gemischt und können sicher jede Menge voneinander lernen. Letzten Donnerstag haben wir damit angefangen. Interessierte können gerne noch dazustoßen. Weiter...

Ihre
Regina Schlingheider

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