Auf den Weg gemacht

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Veröffentlicht am Di., 3. Dez. 2019 12:46 Uhr
Pfarrerin Waetzoldt überlegt ...

Nun haben sie sich auf den Weg gemacht… die Sterndeuter, die Weisen aus dem Morgenland, die Heiligen drei Könige. Sie haben den besonderen Stern am Himmel entdeckt, haben sein Erscheinen gedeutet: Ein neuer König wird geboren im jüdischen Land. Ihn zu begrüßen sind sie aufgebrochen.

Sie werden lange unterwegs sein, sie werden viele Begegnungen haben auf dem Weg, was werden sie alles erleben in den Wochen der Reise? Da wird vieles mit dabei gewesen sein, Schönes und Frohes, aber auch Schweres und Schwieriges.

Auch wir machen uns jetzt auf die Reise – spätestens jetzt – auf die Reise nach Weihnachten. Die Adventszeit hat begonnen, eine Zeit der Vorbereitung, der Erwartung und der Suche. Der Suche nach Licht und Wärme, nach Weihnachtsstimmung, Weihnachtsduft und Weihnachtsklang, nach Geschenken, nach menschlicher Nähe, nach Liebe, nach Geborgenheit.

Aber wenn man nicht aufpasst, kann die Adventszeit eine ziemlich stressige Zeit werden, sie ist ja so kurz, nur vier Wochen sind es, und es gibt so viel zu erleben in dieser Zeit: Ein Event jagt das nächste, jedes Wochenende ein anderer Weihnachtsmarkt, dazwischen noch Geschenke besorgen, Kekse backen, das Weihnachtsessen planen, den Baum aussuchen…

Manchmal ist weniger mehr. Eben nicht noch der vierte Weihnachtsmarktbesuch, sondern einfach zuhause bleiben, Kerzen anzünden, ein guter Tee mit ein paar Keksen – die dürfen auch mal gekauft sein – und mit der Familie beisammen sitzen. Und darüber reden, was uns wichtig ist an Weihnachten – wie das Fest sein soll, was nicht sein soll. Und sich erinnern, warum wir uns auf den Weg nach Weihnachten machen, warum wir uns etwas schenken wollen: Weil da ein Kind geboren wird, das uns Hoffnung schenkt und Liebe und Frieden, das, was wir zum Leben wirklich brauchen. Das ist das größte Geschenk. Und alles andere ist letztlich bestenfalls ein wunderschönes Drumherum.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gesegnete Adventszeit!

Ihre
Pfarrerin Stephanie Waetzoldt

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