Vertraut den neuen Wegen

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Veröffentlicht am Mi., 14. Aug. 2019 11:50 Uhr
Angesagt!

Können Sie sich noch an ihre Einschulung erinnern? An ein Gefühl? Waren Sie aufgeregt? Ich kann mich noch gut an meinen Schulranzen erinnern und an ein Foto, das auf den Treppenstufen vorm Schuleingang gemacht wurde. Aber an ein Gefühl kann ich mich gar nicht mehr erinnern. Ich kann nicht sagen, ob ich aufgeregt war und für wen es vielleicht aufregender war, für meine Eltern oder für mich selbst.
Am Wochenende wurden in Berlin viele Erstklässler eingeschult. Ein Schritt, nicht nur für das Schulkind selbst, sondern auch für die Eltern. Ein Schritt, den Kind und Eltern bewusst gemeinsam gehen. Ein neuer Weg. Sicher gab es davor auch schon immer wieder neue Wege, die Sie gegangen sind. Doch das haben ihre Kinder wahrscheinlich gar nicht so bewusst wahrgenommen. Im Laufe des Lebens gibt es immer wieder diese neuen Wege. Die neue Klassenlehrerin, der weitere Schulwechsel und irgendwann vielleicht der Abschied für eine längere Zeit. Heute gibt es viele Möglichkeiten neue Wege zu gehen, als Au-Pair, bei Work and Travel oder um bei einem freiwilligen Programm mitzumachen. Sicher könnte ich noch ganz viele weitere dieser neuen Wege in unserem Leben aufschreiben. Aber wenn Sie darüber nachdenken fallen Ihnen selbst sicher noch einige ein. Einige die Sie bewusst oder unbewusst schon erlebt haben.
Warum ich das schreibe? Weil ich als Christin glaube, dass wir als Christen, diese neuen Wege, diese Auf- und Umbrüche im Leben in einem vertrauen gehen können. Klar sie sind verbunden mit Vorfreude und Wehmut, mit loslassen und vertrauen. Anderen mein Kind anzuvertrauen oder auch vertrauen in mich selbst zu haben, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe. Aber es ist mehr… „Vertraut den neuen Wegen, auf die der Herr uns weist, weil Leben heisst: sich regen, weil leben wandeln heisst…“ Der Kehrvers eines bekannten Liedes vom evangelischen Theologen und Professor Klaus Peter Hertzsch. Er hat den Text für das Lied 1989 geschrieben. 1989 im Jahr des Mauerfalls. Ein Jahr in dem sich viele neue Wege aufgetan haben. Auch in der Bibel finden wir viele Stellen bei denen es um Auf- und Umbrüche, ja um Neuanfänge und neue Wege geht. Abraham und Sara sind nur ein Beispiel. Neue Wege haben etwas mit Mut zu tun, aber auch mit vertrauen. Beides muss ich aufbringen. Als Christen dürfen wir das Vertrauen haben, dass Er diese neuen Wege mit uns geht. Dass wir, auch wenn wir manchmal zweifeln ob es der richtige Weg war, den wir eingeschlagen haben, diesen Weg nicht alleine gehen. Welch ein Geschenk. In diesem Vertrauen dürfen wir die Kinder auf ihren Wegen ziehen lassen und wir selbst dürfen auch in diesem Vertrauen ziehen, in diesem Vertrauen auf Gott, der uns behütet und segnet.

Kirsten Goltz


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