»Der unsichtbare Dritte«

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Veröffentlicht am Di., 21. Mai. 2019 20:06 Uhr
Angesagt!

In dem Hitchcock-Film „Der unsichtbare Dritte“ wird der Werbefachmann Roger Thornhill (gespielt von Cary Grant) ohne eigenes Zutun in mörderische Geheimdienstintrigen verwickelt und muss um sein Leben fürchten. In einer Film-Szene befindet er sich in einem Saal, in dem eine Auktion stattfindet. Als er den Saal verlassen will, merkt er: An jedem Ausgang ist ein Gangster platziert, der ihn ohne mit der Wimper zu zucken umbringen würde.

Da setzt er sich ins Publikum und fängt an mitzubieten. Er bietet 500 Dollar, als das Gebot bereits bei 2500 steht und wird ausgelacht. Wieder bietet er, diesmal einen noch geringeren Betrag, und wird verwarnt. Aber er macht weiter und stört dermaßen, dass man schließlich die Polizei ruft. Die Polizisten nehmen ihn fest und bringen ihn aus dem Saal – er ist in Sicherheit.

Wir werden zwar nicht von Gangstern verfolgt, aber auch uns ist manchmal der Weg versperrt. Wir geraten in Situationen, wo etwas festgefahren ist. Oder wir müssen eine Entscheidung treffen und wissen nicht wie.

Wenn etwas in meinem Leben festgefahren ist, denke ich gern an Roger Thornhill und die Leichtigkeit, mit der er sich aus dem Auktionshaus hinaus manövriert. Tatsächlich hilft es meistens nicht, wenn ich über die Schwierigkeiten jammere. Ich habe mehr davon, wenn ich darauf vertrauen kann, dass sich Dinge sortieren und Knoten lösen werden und dass es irgendwann einen Ausweg geben wird.

Dieses Vertrauen, das im Gewirr der Probleme oft verloren geht, finde ich wieder, wenn ich bete. Ich erlebe immer wieder, dass mich das Gespräch mit Gott in eine Ruhe führt, die mir hilft, die Dinge von einer anderen Seite aus zu betrachten, und die Entscheidungen leichter macht. Ich stelle mir manchmal vor, dass die Lösung – oder die richtige Entscheidung – bereits auf dem Weg zu mir ist. Das hilft mir, mich in meine Schwierigkeiten nicht zu verstricken, sondern Ruhe zu bewahren. Und: Beten schenkt auch Mut. Ich spüre dann, dass jemand hinter mir steht, der mir helfen wird, das, wozu ich mich entscheide, auch durchzuziehen.

Der Bürgerrechtler Martin Luther King hat in einer berühmten Rede gesagt: „Wir wollen stets daran denken, dass es in der Welt eine große segnende Kraft gibt, die Gott heißt. Gott kann Wege aus der Ausweglosigkeit weisen. Er will das dunkle Gestern in ein helles Morgen verwandeln – zuletzt in den leuchtenden Morgen der Ewigkeit.“

Ihre
Regina Schlingheider


(Bild: By Max Slevogt - Hajotthu at de.wikipedia, Public Domain)


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