Österliche Weggemeinschaft

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Veröffentlicht am Di., 23. Apr. 2019 14:07 Uhr
Angesagt!

Laufen, einfach davonlaufen – ein Impuls, der mir manchmal nicht ganz unbekannt ist. Situationen davonlaufen, die nicht gerade leicht sind. Flüchten und davonlaufen vor dem Hier und Jetzt.

Ein Impuls, den die Emmaus Jünger wohl auch empfunden haben auf ihrem Weg von Jerusalem nach Emmaus. Die Tage davor waren schrecklich, aufwühlend, Emotionen kamen auf. All ihre Hoffnung, die sie in Jesus gesetzt hatten, wurde am Kreuz zerstört. Jesus wurde getötet. Der Weg wird für die zwei Jünger mühsam gewesen sein, völlig mit sich beschäftigt. Im tiefen Schmerz über den Verlust, merken sie gar nicht, dass er, der Auferstandene, mit ihnen geht. Ein fremder Wegbegleiter. Eine Weggemeinschaft, die nicht endet und sich die Wege teilen. Nein es ist viel mehr so, dass die zwei ihn einladen zu bleiben, Jesus nimmt die Einladung an und erst am Tisch, beim teilen des Brotes erkennen sie ihn.

Ich persönlich finde die Erzählung der Emmausgeschichte bewegend, bestärkend und kräftigend für meinen eigenen Lebensweg, besonders dann, wenn ich einfach gerne davonlaufen möchte. Sie zeigt mir an zwei Stellen, wie mir der Auferstandene immer wieder begegnen kann.

Am Anfang der Erzählung heißt es, dass die beiden miteinander gesprochen haben. Wie dankbar bin ich doch, dass ich immer wieder jemanden finde mit dem ich reden kann. In einem guten Gespräch lade ich nicht nur meine Gedanken ab und öffne mich dem anderen, auch der andere kann für mich einen guten Impuls haben, eine neue Perspektive öffnen und vielleicht sogar einen neuen Weg möglich machen, den ich noch gar nicht so gesehen habe. Jesus ist diese neue Perspektive in der Emmauserzählung.  

Lesen wir die Emmauserzählung weiter, so bitten die Jünger Jesus bei ihnen zu bleiben. Sie spürten, dass ihnen die Weggemeinschaft guttut, guttut, dass er da ist und sich Zeit nimmt. Wie wichtig ist das auch für uns in Situationen, die schwer sind, in denen wir nicht alleine bleiben wollen. Menschen, die verständnisvoll sind und sich Zeit nehmen, sich uns zuwenden, ohne Worte, nur durch ihr Da-sein uns sagen: Du bist nicht allein, ich bin für dich da!

Die österliche Weg- und Tischgemeinschaft, zu der wir nicht nur an Ostern eingeladen sind, hat die Emmausjünger befreit, hat in ihnen eine neue Lebensfreude entfacht in Lukas 24,32 steht: „Brannte nicht unser Herz in uns, das er mit uns redete…?“ Die sichtbare Präsenz Jesu war nur kurz, aber die Jünger spürten, wie wichtig und wie kraftvoll die Weg- und Tischgemeinschaft für sie war. Nehmen Sie diese österliche Weg- und Tischgemeinschaft mit auf Ihren Lebensweg, besonders dann, wenn der Impuls kommt, dass man einfach davonlaufen möchte.

Der HERR ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!

Ihre
Kirsten Goltz

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