Schatzsuche

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Veröffentlicht am Di., 19. Feb. 2019 13:49 Uhr
Pfarrer Domanski meint ...

Sonnenstrahlen auf der Haut. Nach dem Winter sehnen wir uns ganz besonders nach der Sonne, dem warmen Licht im Gesicht und auf der Haut. Und wenn sie scheint, wie in den letzten Tagen, spüren wir, wie alles auflebt.

Aber mehr noch als den Schein der Sonne brauchen wir Menschen, die freundlich zu uns sind, brauchen Zuneigung, menschliche Wärme. Es gibt Menschen, die soviel Herzlichkeit und Wärme ausstrahlen, dass sie fast von innen zu leuchten scheinen. Man fühlt sich auf Anhieb wohl in ihrer Gegenwart. Und das Erstaunliche ist, dass diese Menschen und ihr Leben meistens wenig zu tun haben mit dem, was uns täglich als Glück verkauft wird, viel Geld zu besitzen oder ein schickes Auto. Oft haben sie Schweres durchgemacht und ein offenes Ohr für die Schmerzen anderer.

Glück, ein Glück, das aus dem Herzen kommt, und das auf andere ausstrahlt, ist offenbar etwas anderes, als keine Schmerzen zu haben, oder ein dickes Konto auf der Bank. Ja, es gibt Menschen, die von innen stahlen, und manchmal in den glücklichen Augenblicken unseres Lebens gehören wir dazu.

Denn Gott, der da sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben, dass die Erleuchtung entstünde zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi. Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, auf dass die überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns. (Paulus 2. Brief an die Korinther, Kapitel 4, Vers 6 u. 7)

Die Sprache ist kompliziert, aber die Sache ist großartig. So wie Gott am Anfang der Zeit aus der Dunkelheit das Licht geschaffen hat, die Sonne, das Leben, das ganze Universum, so hat er sein Licht in unsere Herzen gelegt, damit sie weiter strahlen können, andere wärmen, ja, sie erleuchten. Wir besitzen einen unbezahlbaren Schatz. Aber manchmal scheint er wie ein alter Familienschatz verloren gegangen zu sein. Es gibt zwar noch viele Geschichten über ihn, aber keiner weiß mehr so genau, wo er zu finden ist.

Das Licht Gottes in unseren Herzen ist zugedeckt vom Schutt der Kirchengeschichte und von dem, was sich in unseren Seelen angehäuft hat. Erfahrungen, die uns müde gemacht haben, skeptisch, vielleicht auch zynisch. Soviel Schutt, Leid und Schmerzen, dass wir manchmal gar keine Ahnung mehr davon haben, dass es diesen Schatz gibt.

Und doch ist er da, der Schatz, den wir in unseren zerbrechlichen Gefäßen haben. Das Licht Gottes in unseren Herzen. Vielleicht ist er verschüttet, aber er ist da. Es gibt ihn und es lohnt sich, ihn zu heben. Auch wenn es, wie jede Suche, Zeit und Kraft, Mut und Anstrengung erfordert und man besser zu mehreren auf Schatzsuche geht und nicht allein. Kommen Sie mit.

Ihr
Pfarrer Jean-Otto Domanski

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