Suche Frieden und jage ihm nach!

© Dan Pelleg | Wikimedia Commons
Veröffentlicht am Mo., 7. Jan. 2019 21:11 Uhr
Pfarrerin Waetzoldt überlegt ...

»Suche Frieden und jage ihm nach!«  Mit diesen Worten aus Psalm 34, 15 als Jahreslosung gehen wir in das Jahr 2019! Große Worte sind das: Suche Frieden und jage ihm nach! 

Schalom – das hebräische Wort, das wir meistens mit „Frieden“ übersetzen, meint mehr als die Abwesenheit von Krieg. Bei Wikipedia können wir lesen: „Der hebräische Begriff Schalom bedeutet zunächst Unversehrtheit, Heil; es ist damit nicht nur Befreiung von jedem Unheil und Unglück gemeint, sondern auch Gesundheit, Wohlfahrt, Sicherheit, Frieden und Ruhe.“

Suche Schalom und jage ihm nach. Ein frommer Wunsch für das neue Jahr? Weil es ihn doch gar nicht wirklich gibt, den Schalom

Ja, vielleicht ist er schwer zu erreichen, vielleicht ist das ein frommer Wunsch, aber warum nicht? Was braucht unsere Welt mehr als Heil und das, was heil machen kann: Gesundheit, Sicherheit, Wohlfahrt, Ruhe – einen allumfassenden Frieden? Der aber kommt nicht von allein, das wissen wir aus Erfahrung.

Das wusste auch der, der diese Worte vor tausenden von Jahren gedichtet und wahrscheinlich auch gesungen hat: David. Der, den wir aus der Geschichte kennen, in der er den Riesen Goliath mit seiner Steinschleuder besiegt. Er wurde dann zum Soldaten, zum Krieger, und als eines Tages am Ende war mit seinen Kräften, nirgendwo Zuflucht fand vor seinen Verfolgern und sich in einer Höhle versteckten musste – da soll er die Worte des 34. Psalms gedichtet haben, mit dem kleinen Satz: Lass ab vom Bösen und tue Gutes – suche Frieden und jage ihm nach! Ein Satz, gedichtet an der Grenze: für David persönlich, als er nicht mehr weiter konnte. Ein Satz, gedichtet, als David sich veränderte, als aus dem Kämpfer der wurde, der König sein konnte.

Lass ab vom Bösen und tue Gutes – das ist der erste Schritt – etwas, das viele Menschen zu tun versuchen, und dann als „Gutmenschen“ bezeichnet und damit abgewertet werden sollen. Was ist schlecht daran, sich für ein gerechtes und friedliches Miteinander einzusetzen und den Frieden zu suchen? Auf diesem Tun liegt Segen. Jesus selbst sagt es: „Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.“

Frieden suchen, ihm nachjagen. In diesem Jahr ist die Jahreslosung keine seelsorgliche Verheißung, sondern eine echte Aufforderung. Es wäre schön, wenn wir uns darauf einlassen könnten, denn unsere Welt braucht genau das: Frieden – Schalom.

Wo genau wir mit unserer Suche nach Frieden anfangen, das wissen wir alle selbst am Besten: Bei uns selbst, in der Familie, in unserem beruflichen und schulischen oder gemeindlichen Umfeld. Und wie wir das tun, das ist uns auch überlassen. Wichtig ist, dass wir es tun, dass wir Frieden suchen, dass wir aufmerksam machen, wenn wir erleben, dass Unfrieden gestiftet wird, mit Worten oder mit Taten.

Also: Lassen wir uns ermutigen, fangen wir an, Frieden zu suchen und ihm nachzujagen. Denn darauf liegt Segen!

Ein friedliches und gesegnetes Jahr 2019 wünscht Ihnen

Ihre
Pfarrerin Stephanie Waetzoldt


(Foto: Dan Pelleg | Wikimedia Commons)

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