Ohne dich ist Weihnachten doof

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Veröffentlicht am Mo., 17. Dez. 2018 10:20 Uhr
Pfarrer Domanski meint ...

Kürzlich war ich auf der Suche nach einer Schneekugel. Sie wissen schon, die Dinger, die man schüttelt und dann schneit es. Da fiel mir eine mit der Aufschrift in die Hand: „Ohne dich ist Weihnachten doof.“ Zu sehen ist ein kleines Schaf und ein Weihnachtsbaum mit traurigem Stern auf der Spitze. Das kleine Schaf und den Spruch „Ohne dich ist alles doof“ findet man auf unzähligen Tassen, Postkarten und anderen Utensilien. Aber nie war er so zutreffend wie zu Weihnachten. Weihnachten ist ein Familienfest. Und Heilig Abend schmerzt es besonders, wenn man keine lieben Menschen um sich hat.

„Ohne dich ist Weihnachten doof“, stimmt aber noch in einem anderen Sinn. Seit Jahren ist den meisten Menschen die eigentliche Bedeutung des Weihnachtsfestes abhandengekommen. Und weder Weihnachtsmann noch Geschenke sind in der Lage dieses Loch zu füllen und die Sehnsucht zu stillen.

Genau genommen ist Weihnachten ein Geburtstagsfest. Die Bibel erzählt, dass an Weihnachten Jesus geboren wurde. Die Umstände sind abenteuerlich. Die Vaterschaft ist ungeklärt. Das Kind kommt in einem Viehstall in Bethlehem zur Welt, einem kleinen Nest in der Nähe Jerusalems, am Rande des Römischen Weltreichs. So ärmlich wie Millionen anderer Kinder vor und nach ihm. Nur die Engel weisen darauf hin, dass hier etwas Besonderes passiert (die Ganze Geschichte finden Sie im Neuen Testament, im Evangelium nach Lukas, Kapitel 2.).

Nach dieser Geburt werden unsere Jahre gezählt: 2018 n. Chr. - nach Christi Geburt. „Christus“, das ist der Ehrentitel, den Jesus als Erwachsener bekommt. Jesus Christus, das heißt: Jesus der Retter. Sein Leben hier auf der Erde war mit 33 Jahren relativ kurz und endete grausam an einem römischen Folterinstrument. Und doch war er zweifelsfrei der einflussreichste Mensch, der je gelebt hat. Seine Liebe und Hingabe hat Milliarden Menschen angesteckt, es ihm gleich zu tun – und tut es noch immer.

Christen glauben, dass sich Gott in Jesus gezeigt hat. Dass in dem Menschen Jesus Gottes Dimension sichtbar wurde: seine Liebe, seine Verletzlichkeit und seine Macht. Deshalb ist Jesus für Christen nicht einfach nur eine historische Figur oder ein guter Mensch. Sie rechnen auch heute mit ihm.

„Ohne dich ist Weihnachten doof.“ Natürlich kann man auch Weihnachten feiern, ohne das Geburtstagskind einzuladen. Aber wenn Sie das Loch in Ihrem Herzen füllen wollen, dann laden Sie ihn ein, egal ob Sie alleine, mit der Familie oder mit Freunden feiern. Wie in jeder Beziehung, ist das der erste Schritt. Bitten Sie ihn, zu Ihnen zu kommen. Das kann man ganz formlos machen, mit einer kurzen Bitte oder einem Gebet. Vielleicht kommen Sie in einen der Weihnachtsgottesdienste an Heilig Abend oder den Weihnachtsfeiertagen und nutzen die Atmosphäre. Oder Sie setzen sich zu Hause hin, nehmen sich die Bibel und entdecken die Geschichten von Jesus in den Evangelien neu.

Frohe Weihnachten wünscht Ihnen
Pfarrer Jean-Otto Domanski

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