Die Tage werden kürzer

© Marc Marchal / Unsplash
Veröffentlicht am Mo., 26. Nov. 2018 18:20 Uhr
Pfarrer Domanski meint ...

Es wird tatsächlich Herbst. Die Tage werden kürzer. Die Blätter fallen und das Wetter schlägt auf die Stimmung. Viele erinnert das allmähliche Absterben der Blätter und der Beginn der dunklen Jahreszeit daran, dass sie selbst älter werden und einmal sterben müssen. Und diesen Gedanken schieben viele Menschen möglichst weit von sich. Ich kann das verstehen. Wer beschäftigt sich schon gerne damit, dass die eigenen Kräfte nachlassen und vielleicht eine Zeit kommt, in der man auf Hilfe angewiesen ist für das ganz alltägliche Leben. Viele haben Angst, abgeschoben zu werden und allein zu sein, wenn es so weit ist. Und die unbestreitbare Tatsache, dass wir selber einmal sterben müssen, ist für viele unvorstellbar. Oder sie löst Herzrasen aus. Aber wir brauchen keine Angst zu haben. Sicher, wir werden Hilfe brauchen. Und es kann sein, dass wir Schmerzen haben werden. Aber wir müssen nicht einsam sein, wenn wir alt werden. Und vor dem Tod brauchen wir keine Angst zu haben. Weil das Beste noch kommt.  

Ich will ihnen sagen, warum ich das glaube: Die Naturwissenschaftler erzählen uns, wie das Leben auf der Erde entstanden ist. Dabei fällt auf, dass jeweils nur eine Kleinigkeit anders hätte laufen müssen, und die Erde wäre ein toter Planet geblieben. Es gäbe uns nicht, wenn die Naturkonstanten, der Abstand zur Sonne, die Neigung der Erdachse, die Umlaufbahn des Mondes, die Zusammensetzung der Atmosphäre oder der Ozeane nur ein wenig anders gewesen wäre. Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Für mich folgt daraus, dass sich jemand sehr große Mühe damit gegeben hat, dass es auf unserem Planeten Leben gibt - dass es uns gibt. Ganz ähnlich erging es mir, als unsere Kinder geboren wurden, und ich nicht nur theoretisch sondern hautnah erleben konnte, was für ein Wunder das Leben ist.  

Die Bibel nennt diese Macht Gott. Weil Gott uns wollte, Sie und mich, hat er dafür gesorgt, dass sich auf unserem Planeten Leben entwickeln kann und wir geboren wurden. Und er wirft uns nicht einfach auf den Müll, wenn unsere Kräfte nachlassen und wir sterben. Nicht nachdem er sich solche Mühe mit uns gegeben hat. Am Ende der Bibel heißt es: „Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“ (Die Offenbarung des Johannes, Kapitel 21, Vers 4) Wie unser Leben nach dem Tod sein wird, vermag ich nicht zu sagen, aber wir werden in guten Händen sein. Daran sollten Sie denken, wenn die Tage kürzer werden. Weil das Beste noch kommt.

Ihr
Pfarrer Jean-Otto Domanski


(Foto: Marc Marchal / Unsplash)

Bildnachweise: